"In den Grenzen von morgen"



  "In den Grenzen von morgen" 

 

Meine Bildkompositionen sprechen das Thema „Umweltverschmutzung“ an.
Sie visualisieren das Leid der Menschen unter den Folgen der Umweltvergiftung.
„Verpestete Luft“, „Chemische Gifte“ und „Atomstrahlung“ gehören zu den
gefährlichsten Arten von Umweltverschmutzungen. Die Bilder schreien, protestieren

und warnen vor den Folgen der zunehmenden Industrialisierung. In den Zukunftsvisionen

atmet der Mensch „in den Grenzen von morgen“ die giftige Luft ein und verursacht in

seinem Lebensraum durch die Industrialisierung viele Umweltschäden.
Wie weit die Zukunftsvisionen von der Realität entfernt sind, werden wir mit Sicherheit

bald erfahren.

 

Die Bildserie ist ein Protest und gleichzeitig eine Warnung an jeden Menschen,
was in Zukunft passieren wird, wenn wir unsere Einstellung zur Umwelt nicht ändern.
Jeder Mensch hat das Recht auf saubere Atemluft. Unsere Umwelt ist uns doch nicht
gleichgültig. Wir wollen gesund und umweltbewusst leben. Ist das wirklich so?

Für Viele ist die Umweltverschmutzung ein schwieriges Thema. Jeder hat sich bestimmt

gefragt, ob wir etwas verändern könnten? - mit Sicherheit. Viele wissen es, doch manchen

ist es einfach egal.

 

„Die Grenzen von morgen“ symbolisieren die katastrophalen Folgen der

Umweltverschmutzung. Der Mensch erkennt die tödliche Gefahr, die ihm so viel Schlimmes

angetan hat. Die Umweltverschmutzung durch die Industrialisierung wird uns bis auf die

Schmerzgrenze begleiten. Ist unser Schicksal schon heute entschieden?
Der unaufhaltsame Weg der Menschen führt uns bis zu „den Grenzen von morgen“,
wo Schmerz, Krankheiten, Resignation und unser Ende auf uns warten.

 

Die Bildserie stellt folgende Fragen auf:

 -  Sind wir an den Grenzen der Belastbarkeit angekommen?

-  Wann wird die Belastungsgrenze erreicht sein?

-  Wann geht uns im wahrsten Sinne des Wortes die Luft aus?

-  Warum tun wir uns das an?

-  Ist unser Ende unaufhaltsam?

-  Müssen wir so weiter leben?

Die schleichenden Gifte, die uns umgeben und die wir in uns tragen,

machen uns krank. Die Industrie, vor allem die Chemie- und  Kernkraftwerkindustrie

belasten uns mit giftigen Abfällen. Der Anstieg der  Belastung von Böden mit Schwermetallen,

verursacht durch Industrieanlagen,  ist eine tödliche Belastung für die Menschen.

Die Produktion von Chemikalien  nimmt ständig zu. Die Chemieindustrie entwickelt neue

chemische Substanzen,  die nicht systematisch auf Schädigungen für die Menschen untersucht

werden.  Die Wechselwirkungen zwischen unterschiedlichen Chemikalien lassen sich kaum
Untersuchen. Aus finanziellen und zeitlichen Gründen werden die genaueren
Prüfverfahren nicht eingesetzt. Es werden nur die Standardverfahren durchgeführt.

Der Feinstaub gehört dabei zu den größten Verursachern der Umweltverschmutzung.
Es ist erschreckend, dass die Zahl der Atemwegserkrankungen ständig zunimmt.
Wir haben unsere Umwelt schon so mit giftigen Abfällen strapaziert, dass die
Risiken unüberschaubar geworden sind. Das Schlimmste ist, dass die Folgen

der  Schäden nicht sofort sichtbar werden, sondern erst nach Jahren wird

sich zeigen,  wie krank die Menschheit geworden ist.
Letztendlich wird sich zeigen, was wir uns angetan haben.

Durch die Mischung  aus Giften könnten sich ungeahnte

Krankheiten entwickeln. Die Zeit wird zeigen,

welche unheimliche Überraschung

auf uns wartet.

 

Dipl. Fotodesigner
Christoph Woloszyn  

 

 

 

 



„Ich bin Ich“

Gesichter erzählen Geschichten

 

Seit ca. 30 Jahren beschäftige ich mich mit Kunst, vor allem mit Kunstfotografie. In der Zeit habe ich mich 

sehr viel mit der Fotografie von Gesichtern auseinander gesetzt. Jedes Gesicht war für mich einzigartig und 

unverwechselbar. Durch das Auge der Kamera konnte ich nicht nur die Gesichter sehen, sondern auch das Leben 

in ihnen spüren, das sich stark in die Gesichter eingeprägt hat. Als ich die erste persönliche Begegnung mit Menschen 

mit Behinderung machte, war ich sehr überrascht und erstaunt, welche Lebensfreude, Zufriedenheit und Geborgenheit 

diese Menschen in sich getragen haben. Die Bewohner im Wohnheim für Menschen mit Behinderung in Hagen 

durfte ich öfter besuchen. Die Kontakte dort haben meine Sichtweise auf das Thema „Behinderung“ völlig verändert. 

Durch die persönliche Begegnung und in vielen Gesprächen konnte ich die dort lebenden Menschen näher kennenlernen. 

Die entstandenen Aufnahmen, überwiegend Porträts, waren ausdrucksstark und einzigartig. 

Das hat mich auf die Idee gebracht, ein Fotoprojekt „Ich bin Ich“ im Jahr 2010 zu starten. Besondere Charakterporträts der 

Menschen mit Behinderung stellen persönliche Gesichtsmerkmale der Bewohner dar. Bei den Aufnahmen haben sie 

persönliche Lieblingsgegenstände gehalten. Ein Beispiel: Ein Porträt des Mannes, der unter dem Arm seine Aktentasche 

hält und nachdenklich nach unten schaut. So entstanden viele Bilder mit persönlichen Stärken, obwohl die Menschen 

überwiegend eingeschränkt in der Bewegung waren. Daraus ergab sich eine Erweiterung dieses Fotoprojekts im Jahr 2013. 

Es sind Aufnahmen von Menschen in der Senioreneinrichtung in Hagen. Auch diese Menschen sind in ihrer Beweglichkeit 

oftmals stark eingeschränkt. Die Darstellungen der Bewohner in hohem Alter, als selbstbewusste und zum Leben 

positiv eingestellte Menschen, prägen die Aufnahmen in Senioreneinrichtung. In der Zeit, in der ich fotografierte, 

konnte ich die Freude der Menschen erleben. Beim Foto-Shooting haben sie sich wichtig und gebraucht gefühlt, 

Freude und Entschlossenheit hat sich im Raum verbreitet, wir haben viel zusammen gelacht. 

Dank des Einsatzes der Bewohner war es möglich, solche Momente, die Geschichten erzählen, in Fotografien festzuhalten. 

Die Fotografien im Wohnheim für ältere Menschen umfassen: Kopfporträt, Darstellung der 

Lieblingsbeschäftigung und der Aufenthalt im persönlichen Bereich, im eigenen Zimmer. Durch solche Aufnahmen 

tritt der Betrachter in eine Interaktion mit der Person auf dem Bild. Einige Beispiele: Ein Mann hebt die Arme nach oben 

und diskutiert mit dem Betrachter, wie es so damals war. Eine ältere Frau erzählt eine Geschichte und 

schält dabei die Äpfel. Eine Frau sitzt im Rollstuhl und zeigt ihr schauspielerisches Talent. 

Während der fotografischen Begleitung der älteren Menschen und Menschen mit Behinderung, habe ich nicht nur 

die Bewohner fotografiert, sondern auch die Pflegekräfte einbezogen. Diese treten mit den Bewohnern in 

Interaktion – daraus entstanden emotionale Fotografien, die gezielt Gesichter, Hände und Oberkörper 

der Personen darstellen. Das Fotoprojekt „Ich bin Ich“ zeigt die Aufnahmen von Menschen mit Behinderung und 

von Senioren im hohen Alter, die in Einrichtungen in Hagen und in Witten individuelle Unterstützung bekommen. 

Es sind Gesellschaftsgruppen, die nicht gerne wahrgenommen werden. Sie haben durch Krankheiten und Schicksale oft 

sehr viel Schlimmes durchgemacht. Leider stehen sie dennoch oft am Rande der Gesellschaft, obwohl sie ein 

wichtiger Teil davon und somit „zeigenswert“ sind. 

In meinen Fotografien spiegelt sich das Wohlbefinden der Bewohner, sowie die Entschlossenheit und die gute Laune, 

die ich beim Fotografieren erlebt habe, wieder. Ich stelle die Aufnahmen der Öffentlichkeit vor, die in einer Einrichtung 

für Senioren und im Wohnheim für Menschen mit Behinderung aufgenommen wurden, wo die Bedürfnisse 

der Bewohner im Mittelpunkt stehen, wo die Bewohner die Zuneigung und die menschliche Nähe spüren, 

wo die Freude am Leben nicht erloschen ist. 

Durch meine Bilder vertrete ich die fotografierten Personen mit folgenden Botschaften:

„ich bin ich!“

„wir sind noch da!“

„wir werden noch gebraucht!“

„da bin ich!“

„ich gebe nicht auf!“

„ich bin so, wie ich bin!“

Mit meinen Bildern möchte ich den Betrachter anregen, sich mit den Dingen auseinanderzusetzen, die uns alle 

angehen: die Andersartigkeit und der Alterungsprozess. Es soll deutlich werden, dass jede Lebens- und Altersphase 

auch positive Elemente und Lebensfreude enthält. Die abgebildeten Menschen sind Teilhaber unserer Gesellschaft.

 

Dipl. Fotodesigner
Christoph Woloszyn